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am Seitenende finden Sie ein paar Bemerkungen zum Wesen der Pilze, zum Pilz-Schutz und zur verheerenden Rolle der Eutrophierung auf unsere Natur

Neuigkeit: Die Kurse von Pilzschule Schwäbischer Wald können in Baden-Württemberg jetzt zum Bildungs-Urlaub genutzt werden. Pilzschule Schwäbischer Wald wurde aktuell vom Land Baden-Württemberg (Regierungspräsidium Karlsruhe) die Funktion als "anerkannter Träger von Qualifizierungsmaßnahmen im ehrenamtlichen Bereich nach § 5 Absatz 3 i.V.m. § 6 VO BzG BW" verliehen.

aktuelle Seminare:

27.-28.8.2016 (Sa/So): Seminar PSV 2 - für Anfänger und mäßig Fortgeschrittene - Ruppertshofen, Gästehaus Grüner Pfad (Erlenstr. 11), 130 € - Geeignet zur Verlängerung des Status als PSVDGfM - mit ausführlichem Vortrags-Anteil

30.-31.8. (Di-Mi): Mooskurs für Anfänger - Wächtersbach OT Aufenau (Hessen, zw. Bad Orb und Bad Soden-Salmünster), Landgasthof Zur Quelle (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.gasthof-zur-quelle.de) - Die ca. 25 wichtigsten Moosarten (als Zeigerpflanzen für Standortfaktoren wichtig für jeden Pilzfreund!) kennen lernen, dazu Biologie, Lebensweltbezug und einfache Systematik der Moose. Zufällig gefundene Pilze können jederzeit mit thematisiert werden. - 130 € - mit ausführlichem Vortrags-Anteil:

.... und weiter im Text: siehe Seminarprogramm 2016

 Seit August 2015 hat Pilzschule Schwäbischer Wald in der "Erlenhalle" in Ruppertshofen - neben dem Gästehaus Grüner Pfad (Erlenstraße 11 - http://www.gaestehaus-gruenerpfad.de/) und zu diesem gehörig - einen geräumigen Seminarraum fest bezogen. Hier werden künftig die Seminare im Raum Schwäbisch Gmünd/Schwäbischer Wald statt finden. Schauen Sie hierzu auch unter http://www.pilzschule-schwaebischer-wald.de/veranstaltungen-wo.html

 

aktuelle Kurs-Beurteilung von Berndt Göhler zum Kurs in Finsterwalde/Lausitz (Anfang Oktober 2015 - lesen Sie weiter unter der Rubrik Kunden-Feedback :-):

"Der Kurs war pädagogisch hervorragend angelegt, wir gelangten von den  ersten Minuten an über die Besprechung der reichlich vorhandenen ausgelegten  Pilze zur theoretischen Analyse der Systematik der Einteilung der Pilze. Hierbei  konnte und mußte sich jeder Teilnehmer einbringen, ohne sich dabei examiniert zu  fühlen. Im Verlauf des Kurses, der u.a. 2 Exkursionen mit den an-schließenden  Fundbesprechungen beinhaltete, wurde immer wieder die erarbeitete Systematik  zugrunde gelegt und damit gleichzeitig das erworbene (und vorhandene) Wissen  gefestigt. Ich bin langjähriger PSV und wollte bei diesem Kurs mein praktisches Wissen  auffrischen, dabei wurden meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Besonders  hervorzuheben ist die Vermittlung von makroskopischen Erkennungs- und  Bestimmungs-merkmalen sowie von neuzeitlichem Verständnis der Taxa. Dr. Krieglsteiner ist es in seiner lockeren Art gelungen, den Kurs so prall  mit Wissensvermittlung und deren Festigung zu füllen, daß am Ende jeder  Kursteilnehmer positiv erschöpft, aber myko-glücklich nach Hause entlassen  werden konnte. Dafür und für die in der dropbox zu Verfügung gestellten  Kursmaterialien gebührt Dr. Krieglsteiner großer Dank.  Die Art und Weise der Kursdurchführung sowie die Gründlichkeit der  Themenbehandlung haben mich trotz meines rel. hohen Alters motiviert, innerhalb  der nächsten 2 Jahre einen weiteren Kurs je nach Themenlage des Seminarplanes zu  belegen."

 

 Die Natur und ihre Vielfalt ist das Schönste und Faszinierendste, was es auf diesem Planeten gibt. Zumindest ist das meine Meinung und sicher auch die vieler LeserInnen dieser Seite. Die Pilze sind daraus ein besonders interessanter, aber keineswegs der einzige interessante Ausschnitt. In der Natur hängt sowieso alles zusammen, und so ist meiner Meinung nach ein Pilzkenner ohne zumindest fundamentale Kenntnis auch der grünen Pflanzen, der wichtigsten Tiergruppen und zumindest grober ökologischer Zusammenhänge leicht ein Fachidiot.

Das Programm von www.pilzkunde.de möchte vor allem dem über die reine Speisepilzkunde hin interessierten Anfänger wie auch dem Fortgeschrittenen eine Möglichkeit bieten, ihr/sein Wissen zu erweitern. Dazu dienen vor allem umfassende Seminare zu pilzkundlichen und darüber hinaus reichenden Themen.

Lothar-Krieglsteiner-Bayern-Mainfranken-Würzburg-Rudi-Markones-Frühlingspilze-Kurs-Pilzkurs-Morchelsuche

Lothar Krieglsteiner auf Exkursion zur Vorbereitung des Frühlingspilze-Seminares (Pilzkurs mit Morchelsuche) in

Würzburg (Bayern, Mainfranken) 2013 - Foto Rudi Markones

Lesen Sie hierzu das Seminarprogramm und die unter den anderen Rubriken gegebenen Informationen. Diese Seite wurde im Dezember 2012 begonnen und steht noch am Anfang. Es ist geplant, hier regelmäßig Neuigkeiten einzupflegen, so dass sich der Besuch der Seite immer wieder einmal lohnen sollte.

Anregungen gegenüber bin ich immer sehr dankbar. Ich bin kein web-Profi und deswegen bitte ich auch immer um Nachsicht und Geduld gegenüber z.B. Layout-Schwächen.

Ich hoffe jedenfalls, dass Sie über längere Sicht Spaß an dieser Seite und auch an meinem Seminarprogramm haben werden. Wer auch aktuell über Änderungen oder kurzfristig geplante Kurse und Führungen unterrichtet werden möchte, sollte eine e-mail schreiben an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

In diesem Sinne grüße ich Sie alle herzlich,

Dr. Lothar Krieglsteiner

Lothar-Krieglsteiner-Geo-Tag-der-Artenvielfalt-Malerpilz-Ganoderma-applanatum-Flacher-Lackporling-Pilze-Pflanzen-Tiere-Fruchtkörper

Lothar Krieglsteiner beim GEO-Tag der Artenvielfalt 2012 in Freiburg (Baden-Württemberg) - in der Hand der Flache

Lackporling (Ganoderma applanatum, auch "Malerpilz" genannt) - Foto Thomas Stefan

 

Bemerkungen zum Wesen der Pilze, zum Pilz-Schutz und

zur verheerenden Rolle der Eutrophierung auf unsere Natur

Pilze sind keine Pflanzen - sie bilden ein eigenständiges Reich neben Pflanzen und Tieren (und vielfältigen "Protisten", Einzellern einschließlich der interessanten "Schleimpilze"). Was wir ernten, sind die Fruchtkörper der Pilze - der eigentliche Pilz lebt im Boden oder im "Substrat" (Holz, Laub- und Nadelstreu, Pflanzenreste u.a.). Unsere Vorstellung von Pilzen ist von den Fruchtkörpern, die wir sammeln und essen, geprägt. Die Fruchtkörper der Pilze stellen aber nur eine zur Fortpflanzung entwickelte Sonderstruktur dar. Ansonsten ist der Pilz (das "Myzel") eigentlich ein loses, möglichst viel Oberfläche berührendes Netzwerk aus miteinander verbundenen, aber nach allen Richtungen wachsenden Pilz-Fasern darstellt. Dies liegt daran, dass Pilze (bei den Sapromyzeten, den "Leichenzehrern") eine außerkörperliche Verdauung haben - was bei uns im Magen stattfindet, passiert bei Pilzen außerhalb. Die Pilze scheiden Wirkstoffe (Enzyme) aus, die das Material außerhalb des Pilzkörpers (der Gesamtheit der Zellen, der "Hyphen" - das Myzel) aufschließen können. Die große Oberfläche der Pilzfäden im Verhältnis zum Körper-Innenraum mit selektiver Durchlässigkeit der Zellwand dient der Aufnahme der gebildeten Spaltprodukte. Dies ermöglicht dem Pilz so nach Durchwachsen des Substrats dessen Aufschluss - die Ernährung des Lebewesens Pilz. Andere Pilze ernähren sich (zusätzlich) anders, indem sie enge Verbindungen mit lebenden Pflanzen (vor allem auch Bäumen) eingehen. Pilzfäden dringen in die Baumwurzeln (bei den meisten Pilzen nur zwischen, nicht ins Innere der Zellen) ein und liefern dem Baum viel Wasser und darin gelöste Salze und Mineralien, für die Pflanzen oft überlebenswichtig. Was hat der Pilz davon? Nun, er wird ernährt - durch den Baum, der für ihn "billigen" Kohlenstoff (das Haupt-Element auch unserer Nahrung aus Kohlenhydraten, Fetten und auch Proteinen) an den Pilz abgibt, in Form des vom Baum durch Photosynthese gebildeten Zuckers. Solche "Symbiose" (oder besser Verflechtung) gibt es in der Natur immer wieder - auch bei den sprichwörtlichen Flechten, die ja nichts als Pilze sind, die zu ihrer Ernährung Algen in ihr Körper-Inneres aufgenommen haben und dafür (um ihrer lebenswichtigen Alge Schutz vor Austrocknung zu bereiten) verdichtete, verhärtete Strukturen zu bilden (wie sie auch z.B. mehrjährige Fruchtkörper von "Baumpilzen" sind). Haben Sie alles verstanden? Vielleicht nicht - und vielleicht habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt. Auf dem Kurs können Sie nachfragen - und ich bemühe mich sehr darum, Sie bei Ihrer Kenntnis "abzuholen", wie man heute so zu sagen pflegt :-)

Pilze sammeln ist ein schönes Hobby - Pilze essen sowieso. Pilze bestimmen und ihre Vielfalt kennen lernen lohnt sich nicht nur aus kulinarischen Gründen, sondern auch, weil sie ein besonders schöner Teil unserer wunderbaren Natur (mancher würde auch sagen Schöpfung) ist, auf vielfältige Weise mit den anderen Lebewesen im Ökosystem verbunden und interagierend. Der Wald als Internet der Bäume und Pilze ist ein Bild, das natürlich nicht wörtlich, aber im übertragenen Sinne durchaus passend "gemalt" werden kann. Die Beschäftigung mit Pilzen, Pflanzen, Tieren macht sehr viel Freude und bietet jederzeit Spannung und Unterhaltung.

Leider sieht man aber auch mit steigender Kenntnis immer besser, dass die Welt bei uns nicht in Ordnung ist. Die Artenvielfalt - ob bei Pilzen, Pflanzen oder Tieren (vor allem Insekten) - ist auf dem Rückzug. Ein wesentlicher Faktor ist die Eutrophierung ganz Deutschlands und auch sonst weiter Landstriche der Welt - überall dort, wo immer intensiver landwirtschaftliche (oder intensiv-forstwirtschaftliche) Nutzung statt findet. Nährstoffarme Standorte sind auf dem Rückzug. Gülle, Kunstdünger und die Abfälle des "Benzin vom Acker" überfluten unsere Äcker und Wiesen (direkt gedüngt) und sickern auch weit vom Rande und den Waldwegen her in die Wälder selbst ein. Nur die Kernbereiche größerer Waldgebiete sind (im Osten Baden-Württembergs) oft noch einigermaßen nährstoffarm (sofern nicht Waldkalkungen dem entgegen wirken) - und zum Teil Kuppenlagen, die bewaldet sind (im Schwäbisch-Fränkischen Wald heute selten). Auf Wiesen sieht die Lage deutlich verheerender aus - nährstoffarme Grasplätze sind nur noch in wenigen Regionen Deutschlands in größerem Umfang vorhanden. Allgemein ist es Usus geworden, die massenhaft anfallende Gülle noch auf dem letzten Stückchen Waldwiese auszubringen, auch zu ganz unpassenden Zeiten (Regenwetter). Offenbar ist es alternativlos, dass wir unsere Artenvielfalt umbringen. Ein Skandal ist ferner das Naturschutzgesetz, das in Naturschutzgebieten den "Bestandsschutz der Nutzung" enthält. Wo z.B. vor Unterschutz-Stellung Landwirtschaft war, darf weiterhin (konventionelle) Landwirtschat betrieben werden. Dies ist heute ein Treppenwitz - so manche Naturschutzgebiete verdienen ihren Namen kaum noch, sie ertrinken in den Stickstoff-Fluten zu Brennnessel-Meeren. Die Dünge-Problematik (dazu kommen natürlich N-Immissionen aus Verkehr und Industrie) ist nicht der einzige Faktor, aber aus nicht nur meiner Sicht derzeit gravierendste beim galoppierenden Verlust der heimischen Biodiversität (wie Sie wissen ein weltweites Problem ...). Ein Umdenken sollte hier dringend statt finden.

Dazu in geradezu grotesker Gegensätzlichkeit stehen die Verordnungen zum "Schutz" von Pilzen im Gesetz, das es verbietet, die Fruchtkörper bestimmter als bedroht angesehener Pilzarten zu sammeln. In NSG ergibt sich so die groteske Situation, dass Fruchtkörper nicht entnommen werden dürfen (was den Pilz-Myzelien wenig schadet), aber Dünger ausgebracht werden darf, was zum Verlust aller nährstoff-fliehenden Organismen führt, an Ort und Stelle sowie in unterschiedlich weiter Umgebung. Die Spitze des Eisbergs ist die Situation im Nachbarland Österreich, speziell in Kärnten, wo ein neues "Naturschutz"-Gesetz das Ganze auf die Spitze treibt. Der Pilzesammler und vor allem der freiberufliche Pilzkundler läuft Gefahr, in die Illegalität getrieben zu werden, indem dort ganze Pilz-Gattungen unter "Naturschutz" gestellt wurden. Darunter sind solche wie (nur die krassesten Beispiele) die Helmlinge (Mycena), die Faserlinge (Psathyrella) und die Risspilze (Inocybe) - alles Gattungen, die sehr viele, darunter etliche häufige und teils massenhaft auftretende Arten enthalten. Noch grotesker Weise fehlen gerade die gefährdesten Pilze wie die Fleisch- und Korkstachelinge (Sarcodon, Hydnellum u.a.) in der "Schutz"-Liste. Es wird Zeit, dass die wahren Ursachen des Pilze-Rückganges in Angriff genommen werden und nicht abgelenkt wird mit einem Sündenbock des Pilze-Sammlers. Pilze sammeln und essen ist, wenn es mit Augenmaß gemacht wird, keine Gefährdungs-Ursache von Belang, im Gegensatz zur übermäßigen Stickstoff-Kontaminierung durch konventionelle, aber auch "biologische" Landwirtschaft (ein Label, das zwar eine weniger schädliche, aber dennoch keineswegs nachhaltige Bewirtschaftung bezeichnet).

Pilze-Pflanzen-Natur

Pilzschule Schwäbischer Wald - http://www.pilzschule-schwaebischer-wald.de/

Pilzkurse - Pilzseminare - Pilzführungen - Mooskurse - Pflanzenkurse - Pilzausstellungen etc.