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Pilz des Monats November 2013:

Sommertrüffel (Tuber aestivum)

Die Aufnahme unten entstand im Rahmen des Trüffelkurses auf der Exkursion am 27.10.2013 am Fuß des „Scheuelberg“ unweit Heubach und Bargau am Trauf der Schwäbischen Alb unweit von Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg ö. Stuttgart). Fundort war ein erstaunlich junges Buchengehölz am Rande eines Wanderweges. Finder waren zunächst Trüffelhunde (Lagotto Romagnolo), dann durften auch die Teilnehmer des Trüffelkurses einige Trüffeln ausgraben.

Tuber-aestivum-Bargau-Schwäbische-Alb-Buche

Sommertrüffel alias Burgundertrüffel (Tuber aestivum) bei Schwäbisch Gmünd-Bargau (Trauf der Schwäbischen

Alb, Baden-Württemberg) - Pilze im Ganzen und im Anschnitt (Foto L. Krieglsteiner)

Genau genommen ist dies am Rande der Legalität. Trüffeln stehen unter Naturschutz und dürfen nur zu wissenschaftlichen Zwecken entnommen werden. Natürlich wurde auch mikroskopiert und Belegmaterial für ein öffentliches Herbar angefertigt. Aber worauf beruht der Schutzstatus der Trüffeln? Zunächst darf hier erwähnt werden, dass die Sommertrüffel auf der Roten Liste Deutschlands als „vom Aussterben bedroht“ (1) klassifiziert ist. Dies wiederum liegt daran, dass wohl alle Bearbeiter dieser Liste Trüffeln entweder noch nie oder zumindest äußerst selten zu Gesicht bekommen haben. Daraus und aus dem Handelswert der Trüffeln wurde der Eindruck konstruiert, Trüffeln seien eben sehr seltene Pilze. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist zum einen die Tatsache, dass im 19. Jahrhundert nicht etwa Frankreich oder Italien, sondern Deutschland Europas Trüffel-Exportnation Nummer 1 war. Die Trüffeln kamen dabei auch nicht etwa überwiegend aus dem warmen Baden, sondern vielfach aus Niedersachsens Kalk-Hügelländern. Zum anderen ist erwähnenswert, dass in jüngerer Zeit gerade in Niedersachsen um die 500 Fundstellen der Sommertrüffel neu entdeckt wurden, wobei eben Trüffelhunde stark an dieser Ausbeute beteiligt sind. Auch in Baden-Württemberg und anderen Regionen Deutschlands wurde in den letzten Jahren bewiesen, dass Sommertrüffeln überall auf Kalkböden vorkommen und örtlich sogar äußerst häufig sind. Der Schutzstatus sollte also zumindest überdacht werden.

Sommertrüffeln und Burgundertrüffeln – so nennt man Formen, die später im Jahr wachsen und oft intensiver schmecken (es ist eigentlich erwiesen, dass sie keine eigene Art darstellen) – sind Mykorrhizapilze, die unter den meisten Laub- und auch Nadelbäumen zu finden sind. Neben Buchen, Eichen, Hainbuchen, Haseln, Linden und Birken sind dies durchaus eben auch Kiefern und sogar Fichten. Die Zucht im Keller ist somit nicht möglich, dagegen durchaus das Animpfen von Jungbäumen mit Pilzsporen und das Auspflanzen solcher Bäume in sogenannten „Truffieren“. Aufgrund der zwar gesunkenen, aber immer noch hohen Preise von Speisetrüffeln könnte dies ein lohnendes Unterfangen sein.

Beim Trüffelkurs in Durlangen vom 26.-27.10.2013 wurden natürlich nicht nur Sommertrüffeln ausgegraben, sondern auch andere, weniger brisante hypogäische Pilze. Es gab einen ausführlichen Vortrag über (fast) alle Aspekte des Themas Trüffel zu hören und außerdem konnten die TeilnehmerInnen einen Einstieg in die mikroskopische Wunderwelt der Trüffeln gewinnen. Nebenbei spielte auch Petrus gut mit, und die Exkursionen fanden trotz gegenteiligen Wetterberichtes bei erstaunlich gutem Wetter statt.