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Pilz des Monats Juli 2013:

Buchen-Wurzelbecherling (Sowerbyella fagicola)

Der Buchen-Wurzelbecherling ist mir in meiner Studentenzeit einmal begegnet - jetzt schaue ich doch nach, es war genau am 7. September 1988, damals fand ich einen Fruchtkörper "tief im Buchenlaub" des NSG Bannwald "Tiefental" unweit Schelklingen (sw. Ulm) auf der Schwäbischen Alb. Seither hatte ich die Art - bis vor Kurzem - nie wieder gefunden. Ich kann mich nur noch dunkel an die genauen Fundumstände erinnern - ich weiß noch, dass es eine Buchenlaub-Anwehung war, wie man sie vor allem in Tälchenlagen an Wegrändern innerhalb von Buchenwäldern antrifft. An Begleitpilze erinnere ich mich nicht mehr. Die Bestimmung übernahm damals Jürgen Häffner, der bekannte Operculaten-Spezialist.

Dieses Jahr war ich Anfang Juni zwei Wochen in Kroatien unterwegs. Jedesmal gibt es eine Menge Eindrücke - pflanzlich, tierisch und auch pilzlich. Diesmal gab es relativ wenig Pilze, das Ganze war noch sehr frühjahrshaft, so fand ich u.a. am 4. Juni noch eine durchaus ansehnliche Gruppe von Speisemorcheln. Der mit Abstand häufigste Pilz auf der diesjährigen Tour war der Kohlige Rübling (Gymnopus hariolorum), auf den ich nachher noch einmal zurück komme. Jetzt aber erst einmal Bilder von Sowerbyella fagicola

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Buchen-Wurzelbecherling (Sowerbyella fagicola) an verschiedenen Stellen im Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien -

stets  über Karstkalk im Buchenlaub - leg., det., fot. L. Krieglsteiner

Der erste Fund von Sowerbyella fagicola gelang, weil ich anhielt und mich bückte, um ein Foto von Gymnopus hariolorum (Kohliger Rübling) zu machen. Da letzterer der einzige wirklich häufige Pilz war, hatte ich beschlossen, ihn immer wieder zu fotographieren. Ich weiß nicht, bei der wievielten Aufsammlung es war, dass zum ersten Mal orangefarbene Becherlinge im Buchenlaub aufleuchteten.

Nun ja, die obigen Bilder verraten es eigentlich schon - ich fand den Buchen-Wurzelbecherling nicht nur einmal, sondern an 4 doch deutlich voneinander entfernten Stellen. Genau genommen an 8 Stellen, denn der 4. Fundplatz war ausladend und bestand aus ingesamt 5 einzelnen Klein-Stellen, die aber jeweils nur wenige m auseinander lagen.

Bei allen 8 Fundstellen von Sowerbyella fagicola waren Fruchtkörper von Rüblingen in direkter Nähe - 7 mal Gymnopus hariolorum, 1 mal Gymnopus brassicolens, der "Stinkkohl-Rübling". Beide Arten riechen kohlig und sind typische Laub-Saprobionten. 

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Sowerbyella-fagicola-Gymnopus-hariolorum-Kohliger-Rübling-Buchenlaub-Wurzelbecherling-Kroatien-Nationalpark-Plitvicer-Seen

Sowerbyella fagicola (Buchen-Wurzelbecherling) neben Gymnopus hariolorum (Kohliger Rübling) - Nationalpark Plitvicka jezera

in Kroatien, leg., det., fot. Lothar Krieglsteiner

as mag Zufall sein - oder auch nicht. Gymnopus hariolorum wurde in den 2 Wochen  Ende Mai/Anfang Juni vielleicht an 100 Stellen angetroffen, und längst nicht überall gab es auch Becherlinge. Es sollte aber auf jeden Fall verfolgt werden, ob auch weitere Funde von Sowerbyella fagicola in direkter Nachbarschaft zu Rüblingen erfolgen.

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