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Pilz des Monats Juli 2016 - Graugestreifter Nabeling (Chrysomphalina strombodes)

.... Nachtrag am 24.7.2016: Wie aus molekularbiologischen Untersuchungen klar wurde, muss der Pilz in einer anderen Gattung stehen, denn er ist näher mit Wasserfüßen (Hydropus, Marasmiaceae - hier steht übrigens auch Clitocybula und Megacollybia, s.u.) als mit der Gattung Chrysomphalina (Hygrophoraceae) verwandt. Der korrekte Name ist deshalb (jetzt wieder)

Gerronema strombodes 

Dieser eher unauffällige Pilz erinnert durch seinen gestreiften, grauen Hut ein wenig an den natürlich viel größeren Breitblättrigen Holzrübling (Megacollybia platyphylla alias Clitocybula platyphylla) sowie auch an den ähnlich großen Fransigen Faserrübling (auch Holztrichterling: Clitocybula lacerata), weicht aber von beiden schon durch die deutlich herablaufenden Lamellen ab, weswegen die Art ja auch klassisch als Nabeling (Omphalina im weiten Sinne, auch Gerronema) klassifiziert wurde. Dass Nabelinge heute in sehr verschiedenen Gattungen stehen, die nicht unbedingt alle nahe miteinander verwandt sind (z.B. die Heftelnabelinge Rickenella nicht einmal mit anderen Blätterpilzen), ist ein anderes Kapitel, das ich hier nur ganz am Rande aufschlage.

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Graugestreifter Nabeling (Chrysomphalina strombodes) - reichliche Kollektion bei Gschwend-Rotenhar (Schwäbischer Wald n. Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg), leg., det., fot. K. & L. Krieglsteiner am 26.6.2016
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Graugestreifter Nabeling (Chrysomphalina strombodes) bei Gschwend-Rotenhar am 26.6.2016, leg., det., fot. K. & L. Krieglsteiner - ältere, typisch grau gestreifte Fruchtkörper an Nadelholzstumpf
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Graugestreifter Nabeling (Chrysomphalina strombodes) - bei Mittelbronn im Schwäbisch-Fränkischen Wald anlässlich von Pilzkurs von Pilzschule Schwäbischer Wald, fot. L. Krieglsteiner am 24.8.2015 - Fruchtkörper einzeln und büschelig

Die Goldnabelinge (Chrysomphalina) umfassen bei uns drei Arten, die alle an morschen Nadelholzstümpfen zu finden sind, alle vorzugsweise in Gebirgslagen. Die häufigsten von ihnen ist der Olivgelbe Holznabeling (C. grossula), der im Schwäbischen Wald verbreitet ist, die seltenste der Goldblatt-Nabeling (C. chrysophylla). Der Graugestreifte Nabeling ist ebenfalls ziemlich selten, im Schwäbisch-Fränkischen Wald allerdings schon an einigen Stellen gefunden worden. Die Fundorte waren dabei stets luftfeuchte, eher kalte Schattlagen in meist eng eingeschnittenen Bachschluchten. Der typisch gestreifte Hut ist erst bei etwas älteren Fruchtkörpern nach Streckung der Huthaut augenfällig - junge Pilze wirken ziemlich glatt.

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Graugestreifter Nabeling (Chrysomphalina strombodes) - bei Althütte im Schwäbisch-Fränkischen Wald nö. Stuttgart, leg., det.. fot. L. Krieglsteiner am 6.9.2012 - junge Fruchtkörper
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Chrysomphalina strombodes in Schwäbisch-Fränkischen Wald bei Gschwend-Rotenhar - leg., det., fot. K. & L. Krieglsteiner am 26.6.2016 - junge Fruchtkörper mit nahezu glatten Hüten

Die wenig bekannte Art verrät zunächst nicht unbedingt ihre Zugehörigkeit zu den Goldnabelingen – junge und oft auch ältere Fruchtkörper zeichnen sich durch graue bis graubraune Hüte sowie relativ rein weiße Lamellen aus. Gelbtöne werden erst bei reifen Pilzen und nicht zuverlässig entwickelt – vor allem angetrocknete, ältere Fruchtkörper zeigen allerdings häufiger gelbe Lamellenfarben, wodurch der alternative deutsche und lateinische Name Gelbblättriger Holznabeling (Gerronema xanhophyllum) zustande gekommen ist.

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Graugestreifter bzw. Gelbblättriger Nabeling (Chrysomphalina strombodes, Syn. C. xanthophyllum) im Schwäbisch-Fränkischen Wald bei Gschwend (Seebachtal am Bergsee), Kollektion während Pilzkurs von Pilzschule Schwäbischer Wald, fot. L. Krieglsteiner (Studio)

Auffällig sind auch die recht deutlich anastomosierenden (mit Querverbindungen versehenen) Lamellen.

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anastomosierende Lamellen bei Graugestreiftem Nabeling (Chrysomphalina strombodes) - Kollektion bei Gschwend-Rotenhar im Schwäbisch-Fränkischen Wald, leg., det., fot. K. & L. Krieglsteiner am 26.6.2016

Die Art wächst einzeln, aber auch in kleinen Büscheln an Nadelholz der Finalphase, das auch im Boden vergraben sein kann und dann ein Wachstum auf Erde vortäuscht.

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