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Pilz des Monats Februar 2014: Tausendblatt (Baeospora myriadophylla)

Das Tausendblatt ist ein Pilz, der allgemein als selten gilt und der vielen teils guten Pilzkennern nicht durch eigene Funde bekannt ist. Dies hat zwei Gründe: Zum Einen ist das Tausendblatt ganz überwiegend auf Holz der Weißtanne (Abies alba) beschränkt- nur ganz ausnahmsweise kommen auch Funde an Fichte oder an Laubholz vor – und Weißtannen gibt es nicht überall. Zum Anderen ist das Tausendblatt eine Art der Wintersaison und wächst dann, wenn der „normale Pilzfreund“ zu Hause in seinem Kämmerchen sitzt und Literatur- und MIkroskopiestudien betreibt. Die Aufnahme hier ist auch erst wenige Tage alt (genau genommen aufgenommen am letzten Sonntag, also am 26.1.2014). Fundort ist eine Schlucht im Schwäbischen Wald – einer Region, wo das Tausendblatt keineswegs selten ist und regelmäßig und gezielt gesucht und gefunden werden kann.

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Tausendblatt (Baeospora myriaophylla): an Tannenstamm unweit Gschwend im Schwäbischen Wald (Baden-Württemberg, ö. Stuttgart) (Januar 2014), leg., det., Foto L. Krieglsteiner

Das Tausendblatt ist ein unverwechselbarer Pilz, zumindest so lange man einigermaßen junge Fruchtkörper zur Verfügung hat, die das typische Violett in den Lamellen zeigen. Ältere oder bei besonders nasskaltem Wetter gewachsene Pilze verlieren diesen Violett-Ton und wirken dann banal. Trotzdem hilft die Wuchsform mit den rasch verflachten Hüten und den sehr eng stehenden Lamellen (deutscher Name Tausendblatt). Das Tausendblatt ist eine von nur zwei europäischen Arten der Gattung Baeospora. Die andere Art, das Mäuseschwänzchen (Baeospora myosurus) ist als Doppelgänger der Zapfenrüblinge auf vorjährigen Koniferenzapfen ein häufiger, weit verbreiteter Pilz.

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