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Pilz des Monats Januar 2015 - Laternen-Gitterling (Colus hirudinosus)

Wie in den letzten Jahren habe ich – wie letztes Jahr zusammen mit Katharina – in diesem Winter den Süden Portugals (Algarve und Alentejo) besucht. Im Vergleich zu den letzten Jahren gab es diesmal durchaus viele Pilze zu finden und zu bestimmen, so dass ich durchaus auch am Mikroskop recht ausgeslastet war. So konnte ich einige Pilzarten finden, die ich noch nie gesehen habe – vor allem deshalb, weil es sich um mediterran verbreitete Pilze handelt. Dies gilt auch für meinen Favoriten, den ich hier vorstellen möchte, den „Laternen-Gitterling“ (so auf einer Schweizer Pilzseite genannt – http://www.vapko.ch/index.php/de/fragen-rund-um-pilze/die-seite-fur-den-anfanger/233-39-die-gastromyceten-die-bauchpilze-8-ordnung-der-phallales-stinkmorchel-und-gitterlingsartige). Ein anderer Name ist „Eiförmiger Stielgitterling“. Die selten gefundene Art ist allerdings in Südeuropa verbreitet und auch in Portugal schon gefunden worden (Angabe in Jülich: Nichtblätterpilze).

Beim Finden dachten wir erst an kleine Exemplare des in der Algarve ebenfalls und nicht so selten vorkommenden Scharlachroten Gitterlings, neben der Kleinheit der Fruchtkörper war jedoch die Gitter-Ausbildung eine ganz andere.

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Laternen-Gitterling (Colus hirudinosus) am Standort in der Algarve (Portugal) bei Faro (Naturpark Ria Formosa), leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner

Der Vergleich mit Bildern im Internet zeigte schnell die richtige Zugehörigkeit an. Wie der Gitterling und andere „Pilzblumen“ riecht auch Colus hirudinosus ausgeprägt widerlich-aasartig, zumindest aus der Sicht von uns Menschen. Fleisch- und Schmeißfliegen denken darüber anders und lassen sich sehr gerne auf der Gleba (der reifen, dunklen Sporenmasse) nieder, um zu fressen.

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Colus hirudinosus (Laternen-Gitterling) in der Algarve (Portugal) ö. Faro - hübsche, kleine Pilzblume mit ekligem Gestank, leg. Katharina Löw & L. Krieglsteiner, det., fot. L. Krieglsteiner

Der Laternen-Gitterling ist aber viel kleiner als der „richtige“ Gitterling und hat einen ausgeprägten Stielteil im Rezeptakulum. Wie andere Pilzblumen hat er auch einen ausgeprägten, dicken und weißen Myzelstrang an der Basis - vergleichen Sie dies einmal bei unserer heimischen Stinkmorchel.

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Colus hirudinosus aus Ria Formosa (Algarve, Faro) mit dem für Pilzblumen typischen Myzelstrang, fot. L. Krieglsteiner

Dabei war der Exkursionstag (es war Katharinas Geburtstag) eigentlich der Beobachtung von Wasservögeln gewidmet, dafür waren wir von Silves aus in das Naturschutzgebiet „Ria Formosa“ an der Südküste östlich von Faro gefahren. Nun – die erste Stunde war dann doch überwiegend wieder den Pilzen gewidmet, bevor Storch, Regenpfeifer, Wiedehopf & co doch noch zu ihrem Recht kamen. Der Fundort war ein etwas anthropogen überformter, lichter Kiefern-Mischwald in ca. 150 m Abstand zur Atlantik-Küste.

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