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Pilz des Monats März 2024 – Schildförmige Mehlscheibe oder Bergkiefern-Mehlscheibe (Aleurocystidiellum subcruentatum, auch bekannt als Aleurodiscus scutellatus)

Rindenpilze (corticioide Pilze, resupinate Basidiomyceten mit dem Fruchtkörpertyp des Crustotheciums) haben in meiner Beschäftigung mit den Pilzen deutlich an Wichtigkeit zugenommen – und nachdem ich solche Pilze viele Jahre lang entweder ignorierte oder Funde durch Spezialisten bestimmen ließ, habe ich in den letzten Jahren doch ziemlich aufgeholt und bin heute in der Lage, nicht unbedingt alle meine Funde in diesem Bereich, aber zumindest doch viele von ihnen selbständig zu bestimmen. So auch diesen Fund von unserer diesjährigen Exkursionsreise in die Slowakei, auf der es insgesamt nicht unbedingt hervorragendes Pilzwachstum gab und so alle Pilzgruppen angeschaut wurden. Bergkiefern-Gebüsche (Latschengebüsche – die Bergkiefer Pinus mugo hat verschiedene Unterarten) sind eine Angelegenheit von Gebirgslagen in der montanen und vor allem subalpinen Stufe, wo solche Gebüsche den Übergang vom Wald zu alpinen Vegetationstypen darstellen. Bergkiefer ist somit ein interessantes Substrat – und ich habe ja bereits einen Fund auf diesem Substrat aus der Hohen Tatra hier vorgestellt (Pilzkunde.de - Dr. Lothar und Katharina Krieglsteiner – Colpoma crispum - Krause Zweige-Spaltlippe - Seite 3).

Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner

 

Dieser Rindenpilz überraschte mich unter dem Mikroskop sofort durch seine sehr großen Sporen von grob ca. 15-20 µm Länge, die reichlich im Präparat zu finden waren. Die Idee, bei der Großgattung Aleurodiscus zu schauen und die Sporen daraufhin gleich einmal mit Melzers Reagens auf Amyloidität zu prüfen, war somit naheliegend – und so war auch die Bestimmung letztlich eine Frage weniger Minuten. Die recht wenig bekannte Art dürfte im Alpenraum und anderen Hochgebirgslagen Mitteleuropas weit verbreitet sein und besiedelt neben Pinus mugo gelegentlich auch andere Nadelholz-Substrate.

Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - Sporen in KOH wirken glatt und etwas dickwandig, auffällig durch ihre "schiere Größe"
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - nach Zugabe von Melzers Reagens sind die Sporen blau(violett) angefärbt, sind also (wie viele Russulales) deutlich amyloid, wirken aber großenteils immer noch glatt.
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - nur wenige Sporen in mehreren Präparaten zeigen das bei Reife typische warzige Ornament, sichtbar erst in Melzers Reagens.
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - beachten Sie den deutlichen Apiculus (Appendix) an der glatt wirkenden, amyloiden Spore. Dieser zeigt die Stelle, wo die Spore am Sterigma (des 4-sporigen Ständers, s.u.) ansaß und wo der Tropfen den Abschuss der Spore bewirkte.
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - das Foto zeigt die inkrustierten und dickwandigen Skeletozystiden, die im Schnitt-Präparat nicht schwer zu finden sind (erstes Foto in KOH, zweites mit Melzers Reagens)
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - das Foto zeigt die obere Hälfte einer Basidie (Ständer) mit 4 Sporen. Nicht im Foto und nicht immer leicht ins Bild zu bekommen ist die basale Schnalle. Auf sie können wir hier aber bei der Diagnose auch verzichten :-)
Aleurocystidiellum subcruentatum 11 Zeichnung Hanna Maser Karl Neff German J Krieglsteiner Berchtesgadener Alpen Latsche Sporen glatt Deutschland Bayern
Schildförmige Mehlscheibe (Bergkiefern-M. Aleurocystidiellum subcruentatum) am 29.06.2023 bei Strbske pleso in der Hohen Tatra (Slowakei), an stehendem Stämmchen von Pinus mugo in subalpinem Latschengebüsch, an 2 Stellen, GPS: N49°8'40.66" E20°2'22.59", ca. 1800 m NN, leg. Katharina & Lothar Krieglsteiner, det., Fotos Lothar Krieglsteiner - Scan einer Zeichnung von Dr. Hanna Maser (verstorben 2010) eines Fundes von Karl Neff aus Oberkochen (verstorben seit ?) aus den Berchtesgadener Alpen, ebenfalls an Pinus mugo (Latschenkiefer). Wie bei meinem Fund war das Auffinden des Sporen-Ornamentes nicht so einfach.

 

Einziges Problem bei der korrekten Bestimmung war die Tatsache, dass die Sporen ornamentiert sein sollten und ich zunächst ganz lange nur glatte Sporen fand, bevor schließlich in weiteren Präparaten einzelne warzig-ornamentierte entdeckt werden konnten. Der Vergleich der Analyse von Frau Dr. Maser (letztes Foto in der Tabelle unten) eines Fundes von Karl Neff (Arbeitsgemeinschaft Mykologie Ostwürttemberg) aus den Berchtesgadener Alpen zeigt aber, dass die 2010 verstorbene Grand Madame der süddeutschen Rindenpilzkunde ebenfalls mit diesem Merkmal ihre Schwierigkeiten hatte, sie schreibt „Sporen glatt, …, in einem älteren Frk. Sporen zum Teil glatt, z.T. fein warzig in Melzer“. Damit sind dann alle Zweifel beseitigt.

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